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Yanchong Ji Rinder füttern, aus der Serie »Tierhaltung« deckende Wasserfarben Sammlung Ingrid Jansen
Buchheim Museum der Phantasie

Ort

Buchheim Museum der Phantasie
Kategorie

Datum

20 Nov 2021 - 06 Mrz 2022
Abgelaufene Events

Uhrzeit

15:00 - 18:00

Chinesische Bauernmalerei im Buchheim Museum

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Chinesische Malerei in Originalwerken sieht man hierzulande noch immer eher selten, und wenn, dann sind es meist Bilder der berühmten Gelehrtenmaler. Von der neueren Volkskunst Chinas weiß man dagegen oft sehr wenig. Und doch, auch sie kann ihren ganz besonderen Reiz haben, der viele in seinen Bann zieht. So erging es auch Ingrid Jansen, die im Februar 1987 in einer Galerie in Peking, wo sie gerade drei Jahre mit ihrem Mann lebte, auf Bilder chinesischer Bauermalerei stieß.

Die natürliche Lebensfreude, die diese Werke mit ihren klaren Farben und ungewöhnlichen Blickwinkeln ausstrahlte, begeisterte sie sofort. Sie hatte schon Volkskunstbilder aus anderen Regionen Chinas gesehen, aber niemals war sie so sehr berührt worden. Die Malereien stammten aus dem Dorf Wangxia in der nordchinesischen Provinz Hebei. Das war nur etwa 250 km von Peking entfernt, und so machte sie sich auf den Weg dorthin, um die malende Bauernschaft vor Ort kennenzulernen. Sie knüpfte Kontakte und begann diese Bilder zu sammeln.

Im Sinne von Lothar-Günther Buchheim

Bestimmt hätte solche Art von Kunst auch Lothar-Günther Buchheim gefallen mit seinem leidenschaftlichen Sinn für Reinfarbigkeit, Erfindungsreichtum und Originalität. Er und seine Frau Ditti mehrmals durch China. Mit Bauernmalern ist man damals wohl nicht zusammengetroffen. Die lebten noch fernab in ihren Dörfern und malten nur zur eigenen Freude. Nach den harten Jahren der Kulturrevolution voller politischer Indoktrinierung durfte man dort nun die Bildthemen wieder frei wählen. Zehn Jahre später wandelte sich der politische Wind erneut, und auch Ingrid Jansen konnte ihre Sammeltätigkeit in diese Richtung nicht weiterführen.

Thematisch sehen wir in der noch bis zum 6. März 2022 laufenden Ausstellung auf den ausgestellten Bildern Arbeiten auf den Feldern und in den Obstbäumen, das Dorfleben mit den Tieren und auch die handwerklichen Tätigkeiten des Töpferns, Webens oder Laternenmachens. Festgehalten wurden die verschiedenen Veranstaltungen rund um das große Neujahrsfest mit dörflichem Theater, Akrobaten, Trommlern, Löwentanz, Jahrmärkten mit Essensbuden und Ständen voller bunter Salzteigfiguren. Und natürlich das große Feuerwerk!

Man lernt durch die Bilder den gesamten bäuerlichen Lebenszyklus kennen von Hausgeburt über Hochzeitsfeiern, barfußärztlicher Krankenversorgung bis hin zu einem Begräbnis mit seinen Ritualen. Eine Szene ist oft im selben Bild zugleich in Frontalsicht, Seitenblick und Draufsicht zu sehen. Das wirkt frisch, ungewohnt und im besten Sinne dilettantisch: eine Kunst, die aus Begeisterung erwachsen ist, nicht aus einer schulmäßigen Ausbildung.

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